AlpenX Timmelsjoch | Ötztal Trail

AlpenX Tag 1 Ötztal Trail

Ötztal Bahnhof - Oetz - Umhausen - Längenfeld - Sölden - Zwieselstein - Obergurgl

56 km / 1480 hm

Es ist soweit. Endlich wieder.
Ich kann mir den Luxus eines MTB AlpenX gönnen. Daheim ist soweit alles geregelt, dass ich für ein paar Tage aufbrechen kann.
Den Alpenhauptkamm auf einem neuen, sinnvollen Weg zu überqueren wird zunehmend schwierig. Heuer habe ich mit dem Timmelsjoch einen der letzten Pässe gefunden, um auf einem mir unbekannten Weg über den Alpenhauptkamm zu kommen.

Das Timmelsjoch ist eigentlich ein Klassiker für Rennradler, ich weiß.
Beim labilen Wetter des diesjährigen Sommers kommt mir dieser relativ langweilige Übergang aber gerade recht.
Die kuriosen AlpenX Etappen gibt es im Anschluß nach dem Timmelsjoch.
Auf dem Plan stehen die zum Teil ausgesetzte Tragestrecke über die Ausser Falkomai Alm und eine Rabbijoch Alternative als MTB AlpenX Erstbefahrung.
Es soll über das Klapfberg Joch nach Cles im Nonstal gehen. Dazu aber später mehr...

Der ursprüngliche AlpenX Plan war, per MTB von Garmisch-Partenkirchen über Mittenwald und Scharnitz nach Oetz zu kommen. Weil es aber gestern Früh wie aus Eimern geschüttet hat, habe ich gekniffen und die erste Etappe meines 2016er AlpenX gestrichen.
Heute bin ich mit dem Zug bis nach Ötztal Bahnhof gegondelt.
MTB, Navi und Rucksack, alles ok. Es geht los.
Ich rolle mit meinem MTB gemächlich Richtung Oetz, immer in meiner Nähe, die tosende Ötztaler Ache. Hin und wieder ist der Ötztal MTB Trail gesperrt sodaß ich auf die Timmelsjoch Bundesstraße ausweichen muß. Das ist aber kein Problem, im Laufe des Tages werde ich dieses Asphaltband noch besser kennen lernen und zu schätzen wissen. Bei Sautens komme ich auf die mir seit 2011 bekannte Strecke. Der Ötztal MTB Trail ist heute wie damals eine Transfer Strecke, um dahin zu kommen, wo die richtigen Berge sind. Nur eine Transfer Strecke, nicht mehr.

Heute wie damals folge ich dem Ötztal MTB Trail nicht andauernd. Zu oft windet sich dieser MTB Weg sinnlos am rechten oder linken Rand des Ötztales gut 50 Höhenmeter nach oben, nur um kurz darauf wieder zum Talboden zurück zu führen. Danke, aber diese Körner hebe ich mir lieber für die Schlußetappe des heutigen Einrolltages auf. Zwischen Sölden und Obergurgl kommt noch was auf mich zu. Nach 46 km Strecke bringt mich das vorher angesprochene Asphaltband knapp 700 Höhenmeter auf nur 13 Kilometer rauf nach Obergurgl. Wiederhole ich mich, wenn ich sage daß ich es beim AlpenX noch nie mochte, am späten Nachmittag Höhenmeter zu machen? Egal, ich sage es. Ich mag das nicht. Rauf muss ich aber trotzdem.
Es gruselt mich nachdem ich stundenlang alleine auf dem Radweg durchs Ötztal unterwegs war und jetzt diesen Touri Rummel in Sölden erlebe. Wäre die Strecke hinter Sölden nicht so sausteil, wäre ich gerne schneller geflohen. Der Anstieg Richtung Obergurgl und Timmelsjoch saugt mich ganz schön aus, auch die an mir vorbei schießenden Autos und Motorräder beginnen langsam zu nerven.

In Obergurgl komme ich um 18:00 Uhr an. In diesem Schi Ort besteht im Sommer durchaus die Gefahr, den Hungertod zu sterben. Die zwei Einkaufsmärkte des Ortes haben schon geschlossen, was mir die Herbergsmutter meiner Pension mit Dollarzeichen in ihren Augen mitteilt. Sie rettet mir zwar mit einer Flasche Apfelschorle kurzfristig das Leben, lässt sich dies am nächsten Morgen aber per Rechnung teuer bezahlen. Ja wie schade dass die Märkte schon zu sind.

Es gibt hier im Sommer nicht viele Möglichkeiten abends etwas Essbares zwischen die Zähne zu bekommen. Nur ganz wenige Hotels haben geöffnet und bieten was an.
Ich lande 100 m von meiner Unterkunft entfernt in einem Pizza und Döner Kiosk.
Zipfer Bier und Pizza.
Ein perfekter Abschuß des AlpenX Einrolltages.
Die perfekte Stärkung für die morgige Etappe übers Timmelsjoch.

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AlpenX-XL Kommentare

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Kommentare (2)

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Jahn Wähnke
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1
Mar 2017
Jahn Wähnke sagt...

Hallo,

ich habe sehr interessiert eure/deine Homepage gelesen.

Meine Freundin und ich haben schon seit längerem vor mit dem Mountainbike die Alpen zu überqueren. Jetzt ist es so, dass wir bis Ende Juni in der Nähe von Rosenheim ein Praktikum absolvieren und fleißig trainieren.

Da wir, wie gesagt, beide nicht erfahren sind, haben wir uns Anregungen von eurer/deiner Seite geholt.

Derzeit überlegen wir folgende Route Ende Juni zu fahren: Imst Tirol - Sölden - Meran - Bozen - Lago di Molveno - Riva del Garda

Ich würde gerne wissen, ob ihr eine Meinung zu der Route habt?

1. Vom Höhenprofil machbar? Insbesondere die erste Etappe?

2. Ist die Tour überhaupt gut fahrbar?

Schöne Grüße aus dem Chiemgau

Jan

Admin:

Hallo Jan,

danke für dein Interesse an meiner Homepage.

Da habt ihr euch ja eine schöne Gegend zum Trainieren ausgesucht, Respekt.

Imst – Sölden bin ich mittlerweile zwei mal gefahren, war aber immer eine Transitetappe um dahin zu kommen wo die schönen Berge sind.

Ist halt eine ziemlich lange Radwegradlerei.

Sölden – Bozen

Das sagt jetzt nicht konkret was ihr vor habt. Da gibt es zwei unterschiedliche Varianten.

Über Vent und Similaunhütte ins Vinschgau runter ist  anspruchsvoll und vom Erlebniswert her was ganz Besonderes.

Landschaft ist oberhalb Sölden, Vent, MB-Hütte, Similaunhütte, Vernagt Stausee richtig geil.

Fahrtechnisch gut machbar bis auf die ersten 150 hm von der Similaunhütte runter, da werdet ihr wohl schieben müssen.

Übers Timmeljoch, so wie ich es letztes Jahr gemacht habe ist es mitm Übergang Similaunhütte nicht vergleichbar.

Ich hab den Übergang gewählt weil ich den anderen schon kannte. Landschaftlich ist der Uphill zum Timmelsjoch schon auch gut.

Ihr bewegt euch dabei ständig auf der Teerstraße die ihr mit Autos und Motorrädern teilt.

Wobei der Verkehr bei mir nicht so massiv war, dass er gestört hätte.

Das war schon auszuhalten.

Vom Timmelsjoch runter könnt ihr ja so wie ich n bissl weiter unten die Teerstraße verlassen und aufm Wanderweg/Trail nach Moos, Passeiertal, Meran fahren.

Meran – Bozen ist nicht der Rede wert.

Bozen – Lago di Molveno

Ich geh mal davon aus dass ihr übern Mendelpass, bzw. Mendelpassbahn nach Tuenno und Andalo kommen wolllt.

So wie wir das 2009 gemacht haben.

Ist fast ausschließlich Teer, bis auf das Trailstück vor Andalo, um den Molveno See rum.

Letztes Jahr bin ich von der 2009er Strecke ein wenig abgewichen weil ich kurz vor Andalo übernachtet habe.

Bozen – Mezzacorona, erst viel Radweg, dann durchs Nadelöhr hinter und rauf auf Teer nach Andalo.

Da finde ich die Strecke über Mendel, Cles, Tuenno, Andalo schon besser.

Alternativ könntet ihr auch am Mendelpass oben die Richtung zum Mt. Roen einschlagen so wie ich 2011 und später zum Molveno See runter kreuzen.

Molveno See – Riva

Ist eine sehr gute Standard Abschluss Strecke für den ersten AlpenX. Erst schon am See entlang, dann rauf und rüber nach Ranzo. Ranzo-Trail und ab an den See.

Da macht ihr nix verkehrt.

Die Tour ist ganz bestimmt so fahrbar, warum auch nicht.

So wie du geschrieben hast sind auch die Höhenprofile im Rahmen des machbaren, wobei ich natürlich nicht sagen kann wie viele Hm ihr beide tatsächlich schafft?

Imst – Sölden 53 km 1050 hm

Sölden – Bozen übers Timmelsjoch 110 km 1560 hm,

da wäre es zu überlegen, nicht schon in Sölden zu übernachten sondern später in Zwieselstein, Obergurgel oder Hochgurgel dann wären es weniger hm,

dafür mehr am ersten Tag.

Bozen – Lago di Molveno knapp 60 km knapp 1500 hm

Lago di Molveno – Bozen 44 km 520 hm alles gut

Der zweite Tag sticht n bissl heraus, sonst alles ok.

Wenn du weitere Fragen hast, feel free. Ich helfe euch gerne weiter wenn ich es kann.

Beste  Grüße

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NagNag
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1
Dec 2016
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NagNag sagt...

Ich hau wie wild :-D

Super Berichte! Ich les sie immer wieder gern.

Und mittlerweile kann ich es auch nachvollziehen, wie das so ist, wenn die Geschäfte und Restaurants nicht offen haben und man verzweifelt auf Nahrungssuche ist *gg*

LG NagNag

Admin:

Hi NagNag :-)

vielen Dank, freut mich :-)

Juoo, du hast so was Ähnliches ja auch kennengelernt, auf eurem Cross :-)

LG

 
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