AlpenX Timmelsjoch | Klapfberg Joch

AlpenX Tag 4 Klapfberg Joch

St. Walburg - St. Nikolaus - Klapfbergtal - Klapfbergjoch - Fontana - Cis - Cles - Tuenno - Cunevo - Sporminore - Spormaggiore - Castell Belfort

70 km / 1880 hm

Auf AlpenX Tour werden wohl 99,9% der Alpencrosser das Ultental über das Rabbijoch oder die Spitzner Alm verlassen. So wie ich es bisher drei mal gemacht habe.
Heute mache ich es anders.

Mein Plan ist, eine Rabbijoch Alternative auszuprobieren.
Ich schnapp mir das Klapfbergjoch.
Bei der AlpenX Erstbefahrung über das Klapfbergjoch muss ich im Anschluß nicht das fünfte mal mit dem MTB über Male - Dimaro nach Madonna. Mein weiterer Weg wäre im Nonstal über den Lago di Santa Giustina nach Cles zu kommen. Quasi auf den Spuren des AlpenX Ischgl aus dem Jahr 2009 zu wandeln... Wenn alles klappt so wie ich es mir vorstelle.
Meine Recherchen im Internet, vor allem in Wanderforen ergaben, dass der Weg durch das Klapfbergtal bis zu einer Höhe von 1800 m wohl gut befahrbar wäre. Bis zur Hinteren Klapfbergalm (1944 m) und weiter auf das Klapfbergjoch
(2275 m) führt ein normaler Wanderweg sagt das Internet. Über den weiteren Weg, auf der anderen Seite bergab gibt es im Internet keine deutschsprachigen Infos. Jetzt gibt es sie.

Heute früh bestätigen mir die Leute aus meiner Unterkunft über das Klapfbergjoch das, was ich eh schon weiß.
Auf gehts, pack mas.
Ca. zwei Kilometer nach St. Nikolaus erkenne ich auf der linken Seite des Ultentals den Taleinschnitt des Klapfbergtals. Es geht die ersten zweihundert Höhenmeter recht steil nach oben, dann wird der Weg flacher. Im Schatten, am Klapfbergbach entlang, ist es mit dem MTB ein angenehmes Radeln. Ich bin gespannt, was mich weiter oben erwartet. Und ich werde nicht enttäuscht. Auf einer Höhe von 1800 m komme ich aus dem schattigen Wald raus und das Tal wird weiter. Mein Weg führt durch eine Kuhweide recht steil nach oben. Ich schiebe hin und wieder. Ab der Hinteren Klapfbergalm ist es endgültig vorbei mit Fahren. Rot-weiße Markierungen die alle fünf Meter auf Felsen gepinselt sind zeigen mir wo es weiter geht. Anfangs schiebe ich, dann trage ich mein MTB von einer Markierung zur anderen. Ein Wanderweg ist dazwischen nicht zu erkennen. Mein Ziel, das Klapfbergjoch, ist in weiter Entfernung am Horizont zu erspähen. Es ist beruhigend, den Übergang schon jetzt zu sehen. Da sollte beim Aufsteigen nicht viel Überaschendes dazwischen kommen. Was mich mittlerweile mehr interessiert, ist die Frage, wie es auf der anderen Seite runter geht.

Erst eine Stunde durchs Klapfbergtal biken, dann 1,5 Stunden Schieben und Tragen bis zum Klapfbergjoch. Meine Rechnung ist bis hierher aufgegangen.
Das Klapfbergjoch ist ein recht unspektakulärer Ort. Recht breit und oben eigentlich sehr flach.
Und wie gehts jetzt weiter. Gute Frage. Ein Blick aufs Navi hilft mir gerade jetzt nicht weiter. Die Anzeige des Geräts driftet wie wild umher obwohl ich mich seit einer halben Stunde nicht mehr groß bewegt habe. Rot-weiße Markierungen sind im Gelände keine zu erkennen. Weit unter mir sehe ich dass einige Felsen zu einer rechteckigen Formation aufgerichtet sind. Spuren von Zivilisation? Ich nehme die direkte Linie dort hin. Weglos schiebe ich mein MTB nach unten. Zeitweise kommt es mir sogar in den Sinn, auf dieser Diretissima zu fahren. Bis ich einmal über den Lenker absteige, dann schiebe und stolpere ich weiter nach unten.
Die angehäuften Felsen sind für mich ein undefinierbares Nichts, ich schiebe daran vorbei. Plötzlich stehe ich vor einem Holzkreuz, dahinter eine steil abfallende Geländekante. Also wieder zurück, rauf zum undefinierbaren Nichts. In der Entfernung erkenne ich dann einen Holzpfosten, rot-weiß markiert, alleine in der grünen Alm stehend. Von diesem zum nächsten schiebe ich mein MTB nach unten. Zwischendrinn erkenne ich sogar an einem Baum gepinselt die Markierung eines Weges mit der Nr. 112. Meine GPS Aufzeichnung hat sicherlich Lücken und Fehler. Aber auch die Einzeichnung des Weges Nr. 112 in der Karte stimmt hier nicht ganz. Ich bin jedenfalls froh wie ich nach einer knappen Stunde unten auf die Teerstraße komme.
Ich will nur noch rauf auf den Sattel meines MTB und bergab rollen. Der schwierige Teil meines AlpenX Tages ist geschafft. Ich rolle durch die kleinen Dörfer Fontana und Bevia nach Cis. Diese kräfteschonende Fortbewegung gefällt mir. Die Vielfältigkeit der Landschaft motiviert mich. Das Ultental war ein enges Tal mit allgegenwärtigen Nadelwald, grünen Weiden und Almen. Das Nonstal ist anders, italienischer. Das breiteste Tal des Trentino wird charakterisiert von großen Obstplantagen. Ich habe mir sagen lassen, dass inzwischen jeder dritte in Italien geerntete und gegessene Apfel aus dem Nonstal stammt. Ich bewege mich jetzt oberhalb des Stausees Lago di Santa di Giustina Richtung Cles und Tuenno. 2009 war ich hier mit Martin unterwegs. Die verschiedenen Fotostops wecken immer wieder Erinnerungen an unseren Alpencross Brogles Alm. Damals sind wir über den Mendelpass ins Nonstal gekommen. Heute ist mein Ziel nicht schon Tuenno. Es geht noch knapp 20 Kilometer weiter nach Spormaggiore bzw. zum Castell Belfort, oberhalb von Spormaggiore.
Prost.

Was hat nun die Rabbijoch Alternative übers Klapfbergjoch gebracht?

Raufzu ist der Weg zur Hinteren Klapfbergalm (1944 m) bezüglich Fahrbarkeit mit dem Weg bis zur Kirchberg Kaseralm (1893 m) identisch. Alles fahrbar, alles gut. 1:1
Der weitere Weg zum Klapfbergjoch (2275 m) ist schon eine herausfordernde Schieberei und Tragerei wogegen zum Rabbijoch (2449 m) zwar auch geschoben, aber nicht getragen werden muss. 1:2
Der Downhill vom Klapfbergjoch war für mich mit einer knappen Stunde schieben verbunden. Vom Rabbijoch führt ein angelegter MTB Trail runter ins Tal. 1:3
Der weitere Weg im Tal nach unten ist wiederum identisch. Vom Klapfbergjoch kommt man rollend nach Cis und Cles, vom Rabbijoch runter nach Male und Dimaro 2:4
Trotzdem kann das Klapfbergjoch für einen Madonna di Campiglio Verweigerer, wie ich es in diesem Jahr bin, ein Alternative sein.
Ich denke es würde noch mehr Sinn machen, sich oben am Joch Richtung Westen zu orientieren. Dem Weg Nr. 133 folgend. Der 133er hält länger die Höhe, somit wäre der Downhill nicht so arg steil. Auf dem 133er kommt man zur Malga Bordolona di Sopra. Ich habe diese im Gelände gesehn, von dort führt ein fahrbarer Weg schon viel früher nach unten.

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