AlpenX Timmelsjoch | Ausser Falkomai Alm

AlpenX Tag 3 Ausser Falkomai Alm

Algund - Aschbach - Vigiljoch - Rauher Bühel - Ausser Falkomai Alm - Inner Falkomai Alm - Innerdurach - Sunnenseitnweg - St. Walburg

41 km / 2040 hm

Mittendrin im AlpenX.
Woran merk ich das?
Mein Hintern tut mehr weh und der Rucksack ist schwerer als gestern.

Schon auf den 200 Höhenmetern an der Etsch entlang nach Töll, rutsche ich mit dem Hintern auf dem Sattel meines MTB herum. Es dauert eine Weile bis ich den richtigen Platz finde. Die nächsten 1200 Höhenmeter, rauf zum Vigiljoch
(1747 m) lege ich in ruhigen drei Stunden zurück. Unruhig werde ich kurz, wie mich zwei dialektlose Schlaumeier oberhalb von Aschbach überholen und meinen, sich darauf etwas einbilden zu müssen. Vor ein paar Minuten habe ich gesehen, wie sie aus der Aschbacher Seilbahn ausgestiegen sind, die beiden overdressden Berggämse.
Oben am Vigiljoch, einem AlpenX Zwischenziel auch aus dem Jahr 2007, treffe ich wieder auf die beiden. Sie machen sich bereit für einen Downhill vom Vigiljoch runter. Das war dann wohl ihr Tagwerk.
Ich mache mich weiter auf den Weg Richtung Naturnser Alm. Wellenförmig geht es bergauf, immer grenzwertig, aber doch noch fahrbar. Später verlasse ich den breiten Weg Richtung Naturnser Alm. Ich folge dem Wegweiser zum Hochwart. Der Weg ist jetzt ein schmaler Wanderweg, mit Steinen und Wurzeln durchsetzt. Die Schiebeanteile werden mehr.

Der Wetterbericht sagt für heute Regenschauer schon am Vormittag voraus. Und er behält Recht, wie immer eigentlich. Auf dem Weg Nr. 9, unterhalb des Rauhen Bühel (2027 m) beginnt es zu regnen. Schwere Regentropfen prasseln auf mich nieder. Stammleser von AlpenX-XL.de wissen, dass der Regenschutz meines Rucksacks wegen verrostetem Reißverschluß im Regenfach verschont bleibt. Vielleicht sollte ich den alten Reißverschluß doch mal durch ein oder zwei Druckknöpfe ersetzen? Egal.

Nebelschwaden hängen über grünen Bergrücken. Fehlende Aussicht vermisse ich nicht.
Eine merkwürdige Stimmung, im wahrsten Sinne dieser Worte befällt mich hier oben. Ich bin auf meiner AlpenX Tour ganz alleine in dieser unwirtlichen, rauen Natur unterwegs. Hin und wieder kann ich ein paar Meter fahren, meistens schiebe ich mein MTB. Unter meinen Schuhen nasser Lehm, Pfützen, nasses Gras. Ohne Regenjacke, das Trikot und die Bikehose durchnässt friere ich nicht. Der Regen ist warm.
An diese Eindrücke werde ich mich noch sehr lange erinnern.

Nach circa einer halben Stunde hört es wieder auf zu regnen. Die Wolken lichten sich, die Sonne blinzelt hin und wieder durch. Aus dem Weg Nr. 9 ist mittlerweile die Nr. 1 geworden. Der 1er zieht sich in ewigen Auf und Ab dahin.
Warum denke ich ständig an den Thriller, "Die Klasse von 1984"? Weil ich gefühlte 100 mal wenn ich eine Höhe von 1990 Meter erreicht habe wieder auf 1960 Meter absteige. Absteige, nicht abfahre.
Ich weiss dass der höchste Punkt dieser Etappe auf 2163 m liegt. Der Schlußanstieg dahin wird durchgehend geschoben. Über große Felsstufen geht es hinauf zur Ausser Falkomai Alm (2163 m). Und wieder beginnt es zu regnen. Just in dem Moment wie ich an der Ausser Falkomai Alm eintreffe ist ein Donnern zu hören. Kalter Wind peitscht jetzt den Regen über die Berge. Ich habe Glück, finde auf der Ausser Falkomai Alm unter einem Vordach auf einer Sitzbank einen trockenen Platz. Jetzt kommt meine Regenjacke doch zum Einsatz, mich friert es.
Auf der sehr ursprünglichen Ausser Falkomai Alm sehe ich einen erwachsenen Mann, einen ca. 10 Jahre alten Jungen und ein ca. 15 Jahre altes Mädchen. Sie bewirten mich mit einer Limonade, nehmen aber keine weitere Notiz von mir. Wozu auch, denke ich mir und bin zufrieden. Die drei sind es auch.

Nach 0,5 Liter Limo gehts weiter. Nach dem Falkomai See geht es mit dem MTB über einige seilgesicherte, ausgesetzte Stellen runter zur Inner Falkomai Alm (2051 m). Hinter der Inner Falkomai Alm gibt es eine Kegelbahn, sowas sehe ich zum ersten mal. Weil sich der Himmel wieder verdunkelt verzichte ich lieber auf eine Kegelpartie mit den Leuten der Inner Falkomai Alm. Schnell verlasse ich das Kirchbachtal. Eine kleine Anhöhe, das Ortler Hühnerspiel (2039 m), hinter mich gebracht erreiche ich gleich Innerdurach. Den Trail aus dem Internet finde ich in Innerdurach nicht. Eine ältere Frau sieht mir wohl an wie ich nach dem Weg suche. Sie sagt mir, seit dem die Straße hier her führt, gibt es meinen Weg nach St. Walburg nicht mehr. Der Weg wird jetzt nicht mehr begangen, ist zugewachsen. Sie hat aber einen anderen Geheimtip für mich. Den Sunnenseitnweg. Der war früher ihr Schulweg. Mit dem Schlitten sei sie damals gen Tal gerauscht erzählt sie mir. Ich freue mich, nicht auf der Strasse ins Tal abfahren zu müssen und genieße den Sunnenseitnweg unter den Stollen meines MTB. Es geht durch kniehohes Gras über grüne Almen und zum Schluß in weiten Serpentinen durch ein Stück Wald.
Mitten in St. Walburg schlage ich auf. Perfekt, wieder mal.

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