AlpenX Ischgl | Madritschjoch

AlpenX Tag 3 Madritschjoch

Sulden - Madritschjoch - Martelltal - Naturns - Ultental

72 km / 2650 hm

auf unserem AlpenX Programm haben wir heute mächtig was vor. Übers 3123 m hohe Madritschjoch, runter ins Martelltal, raus ins Etschtal und dann über die Naturnser Alm ins Ultental.
Wenn es auch bikeethisch nicht so vorbildlich ist, aufgrund unseres vollen Programms nehmen wir von Sulden aus, rauf zur Schaubachhütte die Seilbahn. Wir sparen uns dabei 700 hm, haben aber nach der Seilbahn noch 600 hm Schiebestrecke zum Madritschjoch rauf. Das sollte genügen.

Wie wir aus der Gondel der Suldenbahn aussteigen, betreten Martin und ich, zum wiederholten Mal, eine völlig andere Landschaft. Der blaue Himmel, das Weiß der Gletscherreste und das Grau des Schottergesteins um uns rum sind überwältigend. Ich kenne die Fotos der Schaubachhütte, mit ihrem charakteristischen Anstrich, aus dem www. Die Hütte hat den absoluten Logenplatz in dieser einzigartigen Bergwelt.
Martin und ich machen uns nach den ersten Fotos auf den Weg zum Madritschjoch. Die ersten 200 m im Sattel lassen wir ein Dutzend Wanderer hinter uns, müssen dann aber absteigen und schieben. Der Weg Nr. 151 verläuft paralell zu einem Skilift, wir schieben und staunen. Die Wanderer hinter uns wandern und staunen und sind langsamer unterwegs als wir. Es ist eigenartig, wir bewegen uns auf einer Skipiste sausteil bergauf, grauer Sand und graue Felsen bilden den Untergrund auf dem wir nach oben schieben. Aber diese Kargheit und diese Einfachheit des Weges ist es was wir wollen. Noch schöner ist es dann oben am Madritschjoch, auf einer Höhe, die wir bis dahin noch nie mit unseren Bikes erreicht haben. Wir genießen ein überwältigendes Glücksgefühl und große Zufriedenheit. Für mich geht hier oben ein Traum in Erfüllung, bei diesen großartigen Bedingungen auf 3123 m Höhe zu stehen...

Runterzu müßen Martin und ich unsere Radl erstmal tragen, an Fahren ist die ersten hundert Höhenmeter nicht zu denken. Dann wirds aber wieder fahrbar bis zum Gasthaus Schönblick. Am Gasthaus Schönblick tragen wir unsere Radl wieder an einigen Stellen. Martin hätte vielleicht an einer speziellen Stelle weiter tragen sollen. Er treibt sein Muli in ein unvorhersehbar, überraschend und unglaublich tiefes Schlammloch. Das Muli mag das nicht und senkt seinen Kopf. Martin folgt dem Kopf seines Mulis und taucht ebenfalls mit seinem Kopf ab. Der Hintern des Mulis kommt hoch, genauso Martins Hintern... Gut für Martin, dass er nach seiner Rolle vorn über den Lenker in einem Schlammloch weich landet. Gut für mich, dass ich das Spektakel in Zeitlupe verfolgen kann. Danch gehts auf Asphalt durchs schöne Martelltal. Dieses Tal ist wegen seiner Erdbeeren sehr bekannt. Martin und ich testen die Erbeeren mit Vanilleeis und bestätigen deren vollen Geschmack. Dann ists aber vorbei mit dem Genußbiken. Wir kämpfen auf dem Etschtalradweg Richtung Naturns bei 36°C gegen heißen Gegenwind. Auf dem Etschtalradweg gehts ja zu wie auf der Autobahn, da wird gedrängelt, überholt und zurücküberholt, Rennradler werden nervös wie wir uns an deren Windschatten dranhängen.
Ab Naturns kommt dann die ewiglange Auffahrt, rauf zur Naturnser Alm. Am Nachmittag noch knapp 1500 hm auffzusteigen, das schmerzt in den Beinen und vor allem auch im Kopf. Und was danach auf uns zukommt, hat mit Genußbiken auch nix mehr zu tun, gar nix. Der Weg Nr. 34 vom Vigiljoch runter ist im oberen Teil eine bequeme Forststraße, ab Oberhof haben Martin und ich erst mal Probleme den weiteren 34er zu finden, dann weitere Probleme uns auf dem 34er im Sattel halten zu können. Der Weg ist bergab so steil, dass wir mit dauernd angezogenen Bremsen nach unten stottern, unsere Hintern hängen an den Hinterreifen. Ups, ein Wortspiel... Der Untergrund ist lose, alle 30m bringen uns querverlaufende Entwässerungsgräben aus dem Rythmus, den wir sowieso schon lange verloren haben. Fazit: Jeder von uns steigt zwei mal vorn über den Lenker vom Rad. Wir landen dabei auf den Beinen und laufen weiter bergab, das Bike liegt dann immer gut 10m weiter oben, nicht immer auf dem Weg...
Wie wir dann in unserer AlpenX Unterkunft, Engethalerhof, Gemeinde St. Pankraz ankommen sind wir froh, dass noch alle Knochen heil sind. Im Forsthof gehen Martin und ich nochmal den Bewegungsablauf des Vornüberdenlenkerabsteigens durch. Bei Pizza und Bier kommen wir drauf, dass das ein angeborener Überlebensinstinkt sein muss. Trainiert haben wir das nicht... Prost

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