Alpencross Garmisch | Kofelraster Seen

Alpencross Tag 3 Kofelraster Seen

Goldrain - Tarsch - Tarscher Wald - Tarscher Alm - Zimruanhütte - Kofelraster Seen - Marschnell Hütte - Kühbergalm - St. Nikolaus

35 km / 2080 hm

Ja, heute wirds anders laufen. "Laufen", ein ungewolltes Wortspiel...
Mit den Kofelraster Seen habe ich mir einen MTB Übergang der ganz besonderen Art ausgesucht. Wenn überhaupt, dann queren Alpencrosser über den Tarscher Pass rüber ins Ultental. Nur die wenigsten nehmen mit ihren MTB den Weg über die Kofelraster Seen. Egal, ich will über die Kofelraster Seen rüber.

Der Reihe nach. Heute weiß ich von Anfang an, warum ich schwitze. Sind die 200 Höhenmeter von Goldrain nach Tarsch hinauf noch recht bequem zu biken, so ändert sich das nach Tarsch recht schnell. Die schmale Asphaltstraße führt mehr als 1100 Höhenmeter auf einer Distanz von nur 8 Kilometer nach oben. Aussicht gibt es im Tarscher Wald nur beim Zurückschauen in die Obstgärten des Vinschgaus, an denen ich mich irgendwann auch satt gesehen habe.
Nach 8 Kilometer schalte ich mein Hirn wieder ein, die Landschaft um mich herum wird wieder weiter, wird wieder almig, wird wieder aussichtsreicher. In der Ferne taucht die Tarscher Alm (1939 m) auf. Was auch Zeit wird, nach knapp drei Stunden bergauf treten. Nach einer etwas längeren Pause, Apfelstrudel und Cola, geht es auf einer Schipiste weiter bergauf. Ups, wieder ein Wortspiel. Mit anderen Worten, ich gehe weiter und schiebe mein MTB die 300 Höhenmeter zur verfallenen Zirmruanhütte auf 2252 m Höhe. An der Hütte ist nun auch die Schipiste zu Ende auf der das Schieben eigentlich recht gut ging.

Was jetzt kommt ist wieder mal eine ganz andere Kategorie. Eine Landschaft aus Felsen und Geröll umgibt mich auf dem 15er Weg, hoch zur "Hohe Dieb Scharte" (2612 m). Der felsige Weg mit unzähligen meterhohen Stufen lässt kein bequemes Radlschieben mehr zu. Immer öfter muß ich meinen Drahtesel quer über den Rucksack liegend tragen. An vielen Abschnitten kommt es mir so vor, als würde ich zuhause s Radl auf den Küchentisch heben, auf den Küchentisch drauf steigen und s Radl wieder auf den nächsten Küchentisch heben und wieder hinterher steigen... und wieder, und wieder... Jammern hilft da aber auch nix, ich hab das bei der Planung der Route schon gewusst und mich drauf eingelassen. Letztendlich will ich ja nix anderes.
Auf dem Weg Nr. 15 zu den Kofelraster Seen habe ich zwei Stunden lang treue Begleiter. Mal sind sie direkt bei mir und schnüffeln an mir rum, selber schuld..., dann laufen sie wieder hundert Meter voraus oder hundert Meter hinter mir her. Die Anwesenheit der fünf Bergziegen mit ihren scheppernden Glockenläuten ist eine willkommene Abwechslung in dieser steinigen Öde. Bevor wir an der Scharte oben ankomme queren wir zu sechst ein paar Schneefelder. Auch hier tun sich meine fünf Freunde ein bisschen leichter als ich...
Egal, ungefähr sieben Stunden habe ich gebraucht um hier rauf zu kommen. Was kommt jetzt? Ich trage mein MTBl weiter, diesmal bergab. Am Weg hat sich nichts geändert, es geht felsig, mit hohen Stufen weiter, bergab halt...
Erst nach den Kofelraster Seen, ca. 200 Höhenmeter unterhalb der Scharte wird es für mich fahrbar. Und das auch erst nachdem ich einmal vorn über den Lenker meines Bikes geflogen bin. Den Sturz hat hier oben niemand gesehn, von meinen fünf Begleitern habe ich mich mittlerweile doch getrennt. Ich lasse mir natürlich den Sturz nicht anmerken, wie ich kurz danach lässig vor der Kühbergalm bremse und mich zu einem Festmahl mit einem riesgen Teller Hirtennudeln nieder lasse. Ein kurzer Gewitterregen hält mich ein wenig an der Kühbergalm auf, kommt mir aber ganz recht, ich mach noch ein kleines Schläfchen auf der Hausbank der schön hergerichteten Alm. Gut ausgeruht rolle ich in warmen Regen-Sonne Mix ins Ultental runter.

Meine daheim, mit dem Laptop auf dem Schoß, geplante Route führt mich immer wieder über steinige und wurzelige Trails durch den Wald oberhalb von Kuppelwies. Ich sehne mich nach einer schnellen, unkomplizierten Asphaltabfahrt, wenn die auch noch so langweilig ist. Und ich finde sie, Homerun. Wie ich an meiner Pension ankomme frage ich noch, wo man denn hier in St. Nikolaus gut zum Essen hin gehen kann. Nach dem Duschen, Telefonieren, Wäsche waschen bin ich aber doch recht froh, mit den anderen Pensionsgästen Halbpension zu bekommen und das Haus nicht mehr verlassen zu müssen.

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