Alpencross Stilfserjoch | Passo Mortirolo

Alpencross Tag 5 Passo Mortirolo

Bormio - Valtellina - Le Prese - Sondalo - Grosio - Pian della Gallina - Passo Mortirolo - Weg Nr. 452 - Valle di Grom - Vezza de Oglio - Ponte di Legno

63 km / 1920 hm
Bei tiefblauen Himmel am frühen Morgen von Bormio raus. Rauf auf den Sentiero Valtellina und auf diesem gut 20 km dahin rollen.
E´perfetto.
Wie ich über die Wintermonate die Tour geplant habe, konnte ich diesen Streckenabschnitt nicht so recht einschätzen. Umso mehr freut es mich jetzt, den Radweg zu finden, den ich nur vermuten konnte.
Vom Valtellina Radweg muß ich hin und wieder auf die Landstraße ausweichen, ganz ununterbrochen läuft er nicht durch, bis nach Grosio. Auf einer dieser Ausweichstrecken nimmt mich eine geführte Gruppe von Rennradlern in ihre Mitte. Es ist kein Problem, das Tempo der 20köpfigen Gruppe mitzugehen weil an ihrer Spitze der Guide der Gruppe, wild gestikulierend, Besonderheiten der verschiedenen Ortschaften erklärt. Leider auf italienisch. Deswegen ist auch meine Kommunikation mit der Gruppe, bis auf Daumen hoch und Grinsen, etwas eingeschränkt. Schade eigentlich.

Irgendwann biege ich wieder in meinen Radlweg ein und lasse die italienischen pacemaker ziehen.
Kurz vor Grosio, auf einer Höhe von 718 m geht es dann links rein zum Passo Mortirolo. Auf einem riesigen Verkehrsschild steht auf italienisch was demnächst kommt: lunghezza 14 km, dislivello 1134 m, partenza 718 s.l.m., arrivo 1852 s.l.m. Alles klar, los gehts...

Der Mortirolo ist eine Legende. Ohne Zweifel zählt er zu den härtesten Anstiegen der Alpen, zumindest wenn man sich auf Passstraßen beschränkt, die auch eine Überfahrt im klassischen Sinne ermöglichen. Bekannt gemacht hat ihn natürlich – wie so oft – der Giro d’Italia, der seine Teilnehmer in regelmäßigen Abständen über die gefürchtete Westrampe von Mazzo di Valtellina aus führt.

quaeldich.de

Ich bin nicht auf der gefürchteten Westrampe unterwegs, habe es also im unteren Bereich um ein paar Prozente weniger steil.
Die Straße rauf zum P. Mortirolo ist einspurig, ca. 2,50 m breit, so gut wie kein Verkehr. Mit der Stilfserjochstraße also nicht zu vergleichen.
Es macht wieder saumäßig Spaß, die Höhenmeter zu sammeln, sich von einem kleinen Weiler zum nächsten hoch zu arbeiten.
Le Baite, Scandolaro, Piodaro, Madonna di Pompei. Die Namen der einzelnen Gehöfte klingen wie italienische Arien in meinen Ohren.
Nicht dass ich hier, locker ein Liedchen singend rauf radle, so ist es nicht. Meine Stimmung kommt dem aber nahe, wenn ich auch noch so schwitzen und viele Pausen einlegen muß.
Wieder sind es viele Rennradler die mit mir hier rauftreten, bzw. mich überholen. Oben am Pass stehen doch tatsächlich ca. 10 italienische und holländische Rennradler und begrüßen jeden der da rauf kommt mit LaOla-Wellen.
"U did it!" rufen sie.
So cool. Danke für diesen freundlichen Empfang auf 1852 m Höhe.

Hier oben geht es ruhig zu, familiär eigentlich. Der Fels mit dem Mortirolo Schriftzug dient allen als Fotohintergrund, ich werde fünf mal gefragt, ob ein Foto von mir und meinem Bike gemacht werden soll. Ich genieße dieses Treiben um mich herum in der Sonne sitzend, mit Wasser und klebrigem Oatsnack Riegel.

Nach dieser längeren Pause geht es erstmal den Berg runter. Aber nicht weit. Nach ca. 50 Tiefenmetern verabschiede ich mich von der Straße die weiter runter nach Monno und Edolo führen würde. Für mich geht es bei ca. 1800 m Höhe links weiter, auf dem Weg Nr. 452 Richtung Albergo Alto. Die Strecke erweist sich als absoluter Geheimtip. Ich kann hier, auf feinstem Asphalt, in paradiesischer Landschaft auf eine Höhe von über 2100 m biken. Was heißt ich kann auf diese Höhe biken? Ich radle hier rauf und merke gar nicht wie ich an Höhe gewinne, so flach ansteigend verläuft der Weg Richtung Malga Salina Bassa.

Was kommt jetzt noch? Eine lockere Abfahrt, direkt nach Vezza di Oglio. Abwechselnd rumpeliger Schotter, an den besonders steilen Stellen grauer Beton, geht in weiten Serpentinen ins Tal. Geschmückt wird diese Abfahrt von großartigen Fernblicken zum Tonalepass und einer urigen Durchfahrt an einem verborgenen Bergbauernhof.

Am Dorfplatz in Vezza di Oglio, bei einer kühlen Cola sitzend, verfolge ich noch die Zeremonie einer italienischen Hochzeit bevor es weiter geht nach Ponte di Legno. Die Bergaufkurblerei, bei mehr als 30° Celsius an der Hauptstraße entlang, leert mir meinen Akku vollständig. Bergaufankünfte am späten Nachmittag hab ich noch nie gemocht, werde ich auch nie mögen.
In Ponte di Legno zeigt mir google maps am Handy daß mein Hotel in 20 m Entfernung steht, plus Sprachansage. Mit lauter kaputt sehe ich es nicht obwohl ich genau davor stehe. Was hilft?
Ein ungeduschtes Bierchen auf der Hotelterasse, oder besser zwei...

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meine Bewertung der Tour

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  • Landschaft
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  • Kondition
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  • Fahrtechnik
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