AlpenX Oberstdorf | Schrofenpass

AlpenX Tag 1 Schrofenpass

Oberstdorf - Rappenalptal - Schrofenpass - Warth - Lech - Zug - Formarinsee - Freiburger Hütte - Dalaas

49 km / 1690 hm

Ich brauche etwas, woran ich glaube, wofür ich lebe, was ich ausschließlich für mich alleine mache. Nach der Familie und dem Alltag.
Ich will wieder über die Alpen radeln. Es wird zwar den Lauf der Welt nicht verändern, ob ich nun beim AlpenX verdreckt und verschwitzt über die Berge hechle oder nicht. Einerseits. Andererseits wird mir die Couch schon nicht davonlaufen, genauso wenig wie mein Dorf und mein Fussballverein daheim. Erwin hat es auf sich genommen, vor drei Uhr auf zu stehen, zu mir zu kommen um mich und mein MTB nach München zu fahren. Erwin, vielen Dank dafür.

Mein AlpenX Oberstdorf ist nur so gespickt mit Höhepunkten. Ich zähle mal auf: Schrofenpass, Schönverwalltal, Heilbronner Hütte, Fuorcla Val Gronda, Fimberpass... Ich muss jetzt aufhören sonst komm ich nicht mehr zum Tagesbericht.

Um 05:52 Uhr fährt mein Zug vom Münchener Hauptbahnhof ab. Die letzten Nachtschwärmer verlassen die Landeshauptstadt Richtung Bett daheim, mein AlpenX Startort ist Oberstdorf. Während der Zugfahrt in die Allgäuer Alpen erinnere ich mich an eine Beschreibungen von Land und Leuten, welche ich vor kurzem im Internet gefunden habe:
"Bis vor nicht allzu langer Zeit lag das Allgäu noch nahezu unbekannt hinter tiefen Wäldern verborgen. Man wußte kaum mehr über das Voralpenland als das, was der Gelehrte Sebastian Münster vor einem guten Vierteljahrhundert gesagt hatte, nämlich daß "das Allgöw ein rauch, wintrigs Land sei" und daß es "allda vil Vich, Küw und Roß, vil Tannwäld, Vögel und Fisch" gäbe. Niemand reiste damals zum Vergnügen in diese Gegend. Wer es tun mußte, der machte in der Regel vorher sein Testament und ließ eine Messe zum Heile seiner Seele lesen."
Soweit das Zitat von www.obadoba.de. Wird schon gut gehn...
Schon vor 09:00 Uhr komme ich in Oberstdorf an und kann gleich los radeln. Den Weg zum Schrofenpass finde ich recht leicht, eigentlich muss ich nur den anderen MTB ern hinterher radeln. Gott sei Dank passen die Umstände soweit, dass ich wieder einen Alpencross fahren kann. Bei bestem Wetter rolle ich die ersten Kilometer durch das herrliche Rappenalptal und genieße dabei die Aussicht auf die Berggipfel die sich langsam vor mir aufbauen. Ich komme gut voran, auf dem ständig ansteigenden und perfekt zu fahrenden Weg. Vorbei an der Breitengernalpe nähere ich mich immer mehr der Haldenwanger Alpe. Das Haldenwanger Eck ist der südlichste Teil Bayerns und Deutschlands... Vor dem Haldenwanger Eck führt mich mein Weg links rauf auf den Schrofenpass. 1795 wurde der Schrofenpass als Säumerpfad gebaut, mit Eseln und Maultieren wurden Waren transportiert. Heute wird der Schrofenpass nur zu Fuß oder per Mountainbike genutzt. Für mich ist der enge, steile, in den Fels geschlagene Weg ein erstes Highlight meiner AlpenX Tour. Beim Anstieg zum Schrofenpass habe ich keine Probleme, mich in eine Reihe von Mountainbikern einzureihen. Beim Schrofenpass Downhill sieht das schon wieder anders aus. Bei den Jungs vor mit geht nix voran. Mit ausgefahrener Gabel und tief gestelltem Sattel ist auch mal überholen erlaubt...
Nach dem Downhill gehts zurück in die sogenannte Zivilisation. Über Lechleiten hinauf nach Warth und dann auf der Bundesstraße 198 immer leicht abfallend runter nach Lech. In Lech rechts weg nach Zug und dort auf der Mautstraße rauf zum Formarinsee und zur Freiburger Hütte. Absolut easy zu radeln ist dieser gut 20 km lange Abschnitt. Es geht ab der Ortschaft Zug erst am jungen Lech, später am Formarinbach entlang auf Asphalt dahin. Erst beim Formarinsee wirds schotterig, aber nicht weniger easy, vor allem weil die Freiburger Hütte schon zu sehen ist. Einmal um den See rum und schon bin ich da. "Have a beer!" heißt es an der Freiburger Hütte. Warum nicht? Heute gehts nur mehr bergab. Also Prost. Der folgende Downhill nach Dalaas runter fordert mir doch einiges ab. Anfangs ist der Schotter unter meinen Reifen so tief, dass mir ständig der Vorderreifen wegschmiert. Später ist der Weg dann steil und verblockt. Stabilisierend Geschwindigkeit halten oder gleich absteigen und schieben? Diese Frage beantworte ich mal so und mal so... Aber. Ich entscheide...
Kurz vor Dalaas surfe ich noch auf gut angelegten Wegen und Asphaltserpentienen über dunkelgrüne Almen nach unten. Der perfekte Abschluß eines perfekten AlpenX Einrolltages.

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Kommentare (1)

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Nora Grazzini
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1
Jan 2017
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Nora Grazzini sagt...

Wahnsinn! Tausend dank für alle deine Mühen diese Seite zu pflegen und so viele hilfreiche Insights zu geben! Das hilft mir ungemein weiter! Darf ich dich nach einer Empfehlung bitten?
Wir planen für mitte Juli 2017 unsere erste Transalp. Im moment finde ich es schwer eine generelle Route herauszufiltern, da es so wahnsinnig viele Strecken gibt und ich keinen Anhaltspunkt finde, woran ich irgendwas dran entscheiden könnte. Wir sind uns bei den üblichen Routen unsicher was den Trail-Anteil angeht. Bei der Albrecht Route z.B. ist der Trailanteil von den reinen Daten sehr gering. Was ich vermeiden will, ist so ein Strecke wie die Sella Ronda Umrundung.

Unsere Eckdaten & Wünsche: 15 Tage insgesamt Zeit gerne 2 Stationen zwischendrin mit jeweils ca. 3 Tage Stopp um dort noch einige Touren extra zu fahren (z.B. Vinschgau) 1000 - 1800 HM/Tag & max 40 - 50 km/Tag öglichst abgeschieden, viel Natur Maximal hoher Trail-Anteil - S1/S2, kurz S3, keine Tragepassagen. Gerne Übernachtungen aber nur wenn ein Doppelzimmer möglich ist. Endpunkt zurück zum Start mit ÖPNV oder Shuttle möglich. Selbst organisiert mit Rucksack. Aus Kostengründen nicht länger durch die Schweiz. GPX Daten verfügbar.

Hast du eine deiner Touren, die dem Nahe kommt?
Tausend dank schonmal!! Happy Riding Nora

Admin:

Hi Nora,

du hast Recht, es gibt wahnsinnig viele Strecken, Lanschaften und Trails die es wert sind, gebiket zu werden.

Als Hotspot Nr. 1 würde ich das Vinschgau nehmen. Da war ich schon ein paar mal und bestimmt noch nicht das letzte mal.

Es gibt da viele geile Touren, mit und ohne Bikeshuttle. Madritschjoch, Eisjöchl und viele Vinschgau Trails...

Gute Hotels findest du auch massig.

Nach den drei Tag im Vinschgau würde ich dann zum Lago weiter crossen und ein paar Tage in Torbole verbringen.

Da bist du dann an deinem Ziel, hast den See, klasse Pizzas und ein Top-Bikerevier mit unzähligen Möglichkeiten.

Wenn du mir deinen Startort verrätst lostse ich dich ins Vinschgau und anschließend an den See.

Welche Etappe aus AlpenX-XL.de sagt dir denn am Besten zu, vielleicht kann ich die einbauen?

Ich denke wir machen per E-Mail weiter...

Beste Grüße Tom

 
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