MTB Tour Lamsenjoch

Lamsenjoch

01.07.2008

Schwaz - Lamsenjoch - Eng - Plumsjoch - Achensee - Schwaz

51 km / 2100 Höhenmeter

Spanien ist Fussballeuropameister, Deutschland Vize...
Die "Euro 2008" ist vorbei, es ist Zeit für die traditionelle Saisoneröffnungstour in den Alpen. Als Ziel hab ich mir die "Perle des Karwendels" ausgesucht. Eine Rundtour vom Inntal aus aufs Lamsenjoch rauf, runter zum "Großen Ahornboden, rauf zum Plumsjoch und über Pertisau, am Achensee entlang nach Jenbach und von dort zurück zum Ausgangsort Stans bei Schwaz. Mitbiker sind diesmal drei Kollegen, Hofe, Richard und Sigi.

Mit einem angemieteten Mercedes-Sprinter brechen wir recht früh auf und sind nach zweieinhalb Stunden in Stans bei Schwaz. Am Freibad in Stans noch schnell die Bikes und Rucksäcke fertig gemacht, Trinkflaschen gefüllt und schon geht es los. Über Fiecht und Eggen erreichen wir den Parkplatz Hinterwies. Die morgendliche Sonne vertreibt restliche Nebelfetzen an den Berghängen, bei besten Bedingungen kommen wir langsam auf Betriebstemperatur. Ab Hinterwies ist es dann mit dem Asphalt vorbei, auf gut zu fahrendem Schotter kommen wir durchs Stallental. An der Stallenhütte (1340 m) vorbei geht der Weg Nr. 227 weiter. Je höher wir kommen, umso weniger fahrbar ist nun unser Weg. Steile Serpentinen führen uns langsam auf eine Höhe von 1700 m. Anfangs ist es für mich in dieser Höhe hin und wieder fahrbar, dann nicht mehr. Den letzten, geraden Anstieg, die Lamsenjochhütte schon vor Augen, nehme ich schiebend in Angriff. So habe ich mehr Zeit, die wunderschöne Landschaft um mich herum zu genießen.
Die Lamsenjochhütte, dahinter die Lamsenspitze und die umliegenden Berggipfel entschädigen für die Anstrengungen des gut dreistündigen Aufstiegs. Nach einer ausgedehnten Mittagspause auf der Sonnenterasse der Lamsenjochhütte nehmen wir die technisch anspruchsvolle Abfahrt hinunter "in die Eng" in Angriff. Vor allem im oberen Teil ist der Weg vom Winter, vom Schmelzwasser des Schnees und von Regenfällen der vergangenen Tage in Mitleidenschaft gezogen worden. Anfänglich vorsichtig, dann immer risikofreudiger steigert sich bei jedem von uns das Downhillfeeling. Unsere Federgabeln haben einiges zu schlucken, mit tiefergestelltem Sattel, dem Hintern über dem Hinterrad, donnern wir über losen Schotter und tiefe Wassergräben Richtung Eng. In der Eng Eng halten wir uns nicht lange auf. Der Ort erinnert mich mehr an den Wallfahrtsort Altötting als an ein Tal in den Alpen. Ziemlich viele verwunderte Wanderer...

Bis dahin haben wir knapp 1500 Höhenmeter in den Beinen. Es ist für mich absolut erfreulich, dass ich trotzdem den nächsten Anstieg, rauf zum Plumsjoch, weitere 600 Höhenmeter ohne Schieben durchfahren kann. Ein breiter Fahrweg, ohne technische Schwierigkeiten ist immer gut zu fahren. Leider schlägt das Wetter um, als Hofe, Richard, Sigi und ich nach knapp eineinhalb Stunden Uphill am Plumsjoch ankommen. Es beginnt leicht zu regnen, in der Entfernung hört man Donner und auch ein paar Blitze zucken schon am mittlerweile dunklem Himmel. Was sollen wir tun? In der Plumsjochhütte einkehren und abwarten oder vor dem aufziehenden Gewitter flüchten? Wir entscheiden uns für die Flucht.
Der Downhill vom Plumsjoch runter zur Gernalm ist nochmals spektakulärer als der vom Lamsenjoch runter zur Eng. Im aufgezeichneten Höhenprofil gleicht dieser Downhill nahezu einer senkrechten Wand. Auf losen großen und kleinen Schottersteinen, teilweise ein wenig ausgesetzt, mit interessanten Tiefblicken, führt der ausgewaschene Weg, bzw. was der Winter von ihm übrig lies, in engen, steilen Serpentinen nach unten. Dieser Weg wird mir zum Verhängnis. Nach einer kniffeligen Passage schaue ich mich kurz um, wie es den meinen Kollegen so geht. Das hätte ich besser nicht machen sollen. Ich übersehe ein sehr tiefes Schotterfeld, mir verschlägt es kurz den Lenker, dazu noch ein bischen mit der Vorderbremse verbremsen und schon gehts dahin mit mir. Das Ende vom Lied. Ich lieg auf dem Bauch im Schotter, 30 Zentimeter vor mit ein ca. 20 Meter tiefer Abgrund der sich neben dem Weg befindet. Ellbogen, Unterarm und das rechte Knie lädiert, kann ich mich nicht mehr halten vor lauter Lachen. Das ist wohl auch eine Art Ausschüttung von Glückshormonen...

Ab der Gernalm geht es auf Asphalt nach Pertisau und am Achensee vorbei. Donner und Blitze haben wir dabei immer noch im Genick. Von der Jenbacher Rodelhütte aus geht es nochmal lustig auf einem sehr steilen Waldweg runter nach Jenbach. Die letzten sechs Kilometer von Jenbach nach Stans ist dann Windschattenfahren angesagt, wobei ich nicht an der Spitze der Gruppe fahre...
Fazit: Eine Rundtour, die alles beinhaltet was das Bikerherz höher schlagen läßt: schöne Landschaften, gut zu fahrende Anstiege, Schiebestrecken, gemütliche Hütten, knifflige Downhills.

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