Schneeberg Scharte MTB Tour

Schneeberg Scharte

16.07.2008

Sterzing - Maiern - Moarerbergalm - Schneebergscharte - Moos i. Passeier - Algund

61 km / 1864 hm

Nach einem italienischen Frühstück in der Pension Steindl verlasse ich Sterzing schon um 8 Uhr.
Es geht ins Ridnauntal, erst grobe Richtung Jaufenpass, dann aber nicht links den Pass hoch, sondern gerade aus zum Talschluß bei der Ortschaft Maiern. Bis zum Bergbaumuseum in Maiern lege ich in eineinhalb Stunden 20 km zurück und mache dabei 500 Höhenmeter gut. Das Wetter zeigt sich heute von seiner besten Seite, noch. Lange Zeit sehe ich schon den Talschluß vor mir und versuche den Weg zu erkennen, der mich aus dem Ridnauntal führen könnte. Vergebliche Versuche...
Beim Bergbaumuseum kommt es dann erst mal recht heftig. Eine schmale Asphaltstraße führt mit gut 25 % Steigung nach oben. Nur gut, dass dieser Spuk nach 200 Höhenmeter vorbei ist, und es nicht mehr ganz so steil weiter geht. Ich kann alles durchfahren, komme gut voran und genieße beim Durchfahren des Lazzacher Tals die Landschaft die mich umgibt. Der Weg zur Moarerbergalm wird auf der linken Seite von Bergwerksanlagen vergangener Zeiten gesäumt. Ich sehe den Talschluß in weiter Entfernung vor mir, den weiteren Weg zur Schneebergscharte kann ich aber nicht erkennen. Was auch besser ist...
Nach insgesamt knapp drei Stunden Fahrzeit erreiche ich die Moarerbergalm und belohne mich gleich mal mit zwei Apfelschorle und einem Apfelstrudel. An der Moarerbergalm treffe ich auf andere Mountainbiker, zur Schneebergscharte will von denen aber keiner...
Dann ist es soweit. Ich mache mich auf den Weg. Hinter der Moarerbergalm führt der Weg sausteil nach oben. Die Markierung mit dem Bergbausymbol zeigt mir wo es lang geht. Ich trage mein Rad mehr als ich es schiebe. 600 Höhenmeter. Zweieinhalb Stunden lang. Dass die Aufzeichnung des HAC4 eine senkrechte Wand im Höhenprofil zeigt, kommt wohl davon, dass ich Höhenmeter sammle, aber keine Strecke aufgezeichnet wird. Wie auch, beim Tragen hat das Vorderrad nun mal keinen Kontakt zum Boden und dreht sich eben nicht... Je weiter ich raufkomme, desto weniger Weg gibt es. Stellenweise hieve ich mein Radl über Felsen hoch und klettere dann hinterher. Es ist wohl nicht für jeden verständlich, dass diese Schufterei in der kargen Felsenlandschaft Spass macht...

Noch mehr Spass macht es dann, wie ich oben an der Schneebergscharte stehe und zur gegenüberliegenden Schneebergalm runter sehen kann. Ich genieße das großartige Gefühl, es geschafft zu haben... Runterzu trage ich die ersten 100 Höhenmeter mein Bike. Das Runtertragen geht sehr schnell, im Vergleich zum Raufschleppen. Unten wird der Weg zur Schneebeghütte dann für mich wieder fahrbar. Mit einem riesigen Glücksgefühl rolle ich vor der Schneeberghütte vor.
Nach einer ausgiebigen Pause kommt der Downhill nach Moos i. Passeier. Der Weg Nr. 31 ist meiner. Er ist sehr steil, hin und wieder mit aufgestellen Felsplatten als Entwässerungshilfe für den Weg gespickt. Vor diesen spitzen Felsplatten habe ich großen Respekt, überfahre sie ganz langsam um nicht einen Reifendurchschlag herauszuforden. Jetzt wird der Film zurückgespult, das heißt, ich verlasse die schroffe Felsenlandschaft und tauche ein in eine idylische grüne Landschaft. Über Wiesen und durch einen Wald geht es zur Timmelsjochstraße. Auch die weitere Abfahrt auf der Timmelsjochstraße ist interessant. Ich kann es in so manchen Kurven mit Motorradfahren und Autofahren aufnehmen...

Leider zeigt sich den ganzen Nachmittag schon, dass die hohen Gipfel der Berge mit Wolken verhangen sind. Das heißt nix Gutes. Hatte ich doch für den morgigen Tag das 2950 m hohe Eisjöchel eingeplant. Ein Übergang, den man nur bei günstigen Verhältnissen wagen sollte. Es macht für mich einfach keinen Sinn, bei dem angekündigten Schlechtwetter alleine da rauf zu fahren. Somit ändere ich meinen Plan, übernachte nicht in Moos i. Passeier sondern fahre noch die 34 km nach Algund bei Meran. Ab St. Leonhard an der Passer entlang läuft ein schön zu fahrender Radweg. In Dorf Tirol werden nochmal schnell 200 hm gesammelt, obwohls doch recht heiß ist...
In Algund übernachte ich im Hotel Gstör, eigentlich meine Unterkunt des dritten Tages. Es war eine richtige Entscheidung, das Eisjöchel ausfallen zu lassen. Das Wetter am nächsten Morgen ist bewölkt und regnerisch, das Eisjöchel für mich nicht machbar. Die Wetterverhältnisse und -vorhersagen versprechen auch nix Gutes für die kommenden Tage.

Schweren Herzens beschließe ich, meinen Alpenkurztrip abzubrechen, nach Bozen zu radeln und mit dem Zug nach Hause zu fahren. Ich denke, die Berge wird es noch länger geben, und das Eisjöchel kommt mir mit Sicherheit noch unter die Räder...

meine Bewertung der Tour

  • Spass
    Punkte
  • Landschaft
    Punkte
  • Kondition
    Punkte
  • Fahrtechnik
    Punkte

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