Madritschjoch 2016 | MTB Tour

Madritschjoch 2016


08.08.2016

Goldrain - Bikeshuttle - Sulden - Suldenbahn - Bergstation Suldenbahn - Madritschjoch - Zufallhütte - Zufrittsee - Martell - Morter - Goldrain


32 km / 580 Höhenmeter / 2510 Tiefenmeter

Gestern wars geil, heute wirds hammergeil..
Die 1300 hm von Goldrain nach Sulden rauf sparen wir uns, wir müßen heute Abend noch fünf Stunden lang heim fahren.
Michi bringt uns vertraut rauf nach Sulden, die Suldenbahn beamt uns auf 2610 m hoch und wir stehen in einer anderen Welt. In einer Welt aus Stein und Eis.
Die Sonne gibt aus tiefblauen Himmel ihr Bestes. Bei diesen Bedingungen ist es eine pure Freude mit dem MTB die 500 Höhenmeter zum Madritschjoch rauf zu schieben. Bei uns dabei ist Torsten, den wir gestern Abend in Goldrain kennen gelernt haben. Mit einem pragmatisch kölscher "Na denn..." läutet Torsten den uphill ein. Zusammen machen wir uns unter dem Schilift auf den Weg nach oben.

Wir machen beim Hochschieben hin und wieder Pause. Nicht weil uns die Luft aus geht, sondern weil wir uns nicht satt sehen können an dieser faszinierenden, hochalpinen Landschaft. Die Felswände und Gipfel von Königsspitze (3.859m), Monte Zebru (3.740m) und König Ortler (3.905m) sind so nah, dass wir sie streicheln können. Nach der Madritschhütte überqueren wir auf ca. 3000 Meter ein kleines Schneefeld und dann sind wir auch schon oben. Eigentlich schade, dass es so schnell geht.

Nach 2007 bin ich heute zum zweiten mal hier oben. Mit Jonas, Andy und unserem kölschen Jeck Torsten, teile ich diesen besonderen Augenblick. Die Gipfel der Berge rundherum sind zum Greifen nahe und die Fernsicht ist phänomenal. Gut dass noch ein absoluter Trailwahnsinn auf unserem Programm steht, sonst würden wir wohl drei Tage lang hier oben bleiben.
Die ersten gut 100 hm schieben wir unsere MTB nach unten. Oben am Joch ist es nicht steiler als weiter unten, aber der Untergrund des Trails ist zu locker. Beim Schieben denke ich dass unter meinen Füßen alles wegrutscht.

Half Width (Last)

Aber dann ist es soweit. Erst vorsichtig, dann immer sicherer finden wir vier unsere Position auf den Bikes. Wir zirkeln unser MTB durch enge Spitzkehren, über steile Hänge nach unten. Wir reiten über steile Stufen und durch enge Rinnen. Wir sind nicht mehr abgetrennt von unseren Bikes, wir sind eins mit ihnen. Wir verschmelzen mit unseren MTB. Wir meistern technische Sequenzen, die wir nicht immer meistern. Dieses Erlebnis von Flow vergleiche ich mit dem Lauf von Wasser. Alles was sich uns in den Weg stellt wird gefahren ohne dass wir ein einziges mal den Fuß auf den Boden stellen.

Außer wir machen Pause.
Das gemeinsame Glücksgefühl schneidet uns vier ein Grinsen ins Gesicht. Wir klatschen uns gegenseitig mit Torsten ab, den wir vor einigen Stunden noch gar nicht gekannt haben. Mountainbiken verbindet.

Nach Spiegelei und Bratkartoffeln auf der Zufallhütte (2265 m) geht es auf dem 36er Weg durchs Martelltal. Wobei wir hier einen Fehler machen. Wir nehmen gleich nach der Zufallhütte den 36er. Das hätten wir uns sparen können. Erst fahrbar, dann ein kompletter Krampf. Der Weg ist später zugewachsen, führt immer wieder steinig bergauf. Besser wäre es, wir hätten die Asphaltstrasse zum Zufrittsee genommen. Der Flow ist futsch.
Das Stück, hinten am Zufrittsee vorbei ist wiederum ok.
Am nördlichen Ende des Zufrittsees machen wir den zweiten Fehler. Wir bleiben dummerweise wieder auf dem 36er Weg. Besser wäre es gewesen über die Staumauer wieder vor zur Asphaltstrasse zu fahren. Dann hätten wir uns die Hoch- und Runterschieberei sparen können. Der Flow ist futsch.

Irgendwann spuckt uns der 36er doch auf die Hauptstrasse. Gott sei Dank. Auf der bleiben wir bis zum Gasthof Waldheim, auf ca. 1550 m Höhe. Ab dem Gasthof Waldheim nehmen wir wieder den 36er Weg, welcher jetzt eine totale Empfehlung ist. Mit hohem Speed gehts über Wiesen und Schotterwege, enge Pfade führen durch Waldstücke und an grünen Almen vorbei. Gegenanstiege schießen wir mit offenen Bremsen nach oben. Der Flow ist wieder da.

Kurz vor dem Ende unserer Tour führt uns Torsten auf schmalen Waalwegen zu den Burgen Obermontani und Untermontani. Die sandigen Spitzkehrentrails die wir hier kennen lernen sind genau der richtige Abschluss für diese besondere MTB Tour.
In der Chill out zone in Goldrain lassen wir vier unsere Erlebnisse Revue passieren Wir stärken uns für die Heimfahrt und verabschieden uns von Torsten.

Eins steht fest, das waren nicht die letzten Trail Tage im Vinschgau. :-)

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