Forcella Ambrizola | DolomiX MTB Tour

Forcella Ambrizola | DolomiX

Forcella Ambrizola DolomiX Tag 3
01.07.2012

Misurina - P. Tre Croci - Cortina d´Ampezzo - Col Drusie - Pietofana - Rif. A. Dibona - Cason de Macarogn - Rif. Palmieri - Forcella Ambrizola - Forcella Roan - Grashüpfertrail - San Vito di Cadore - Cortina d´Ampezzo

69 km / 2060 hm

Heute geht für mich ein MTB Traum in Erfüllung. Wir biken von Cortina d´Ampezzo zur Forcella Ambrizola rauf. Die Felsformation der Forcella Ambrizola habe ich schon in so mancher Bike-Zeitschrift bewundert. Heute wird dieser Traum verwirklicht.
Auf gehts, wir haben einen langen Tag vor uns. Stimmt so nicht ganz, erst mal gehts runter.
Nach dem Passo Tre Croci verlassen wir die S48, Richtung Rif. Mietres, cruisen unterhalb des Pomagagnonkamms weiter Richtung Norden bevor es auf dem Weg Nr. 211 runter nach Cortina d´Ampezzo geht.
Den 211er kürzen wir recht weit unten ab. Schließlich gelangen wir auf einen breiten Radweg der uns mehr oder weniger direkt zu unserem Hotel in Cortina bringt.

Nein wir checken noch nicht ein. Es hat sich gestern schon bewährt, die schweren Rucksäcke im Hotel zu lassen. Das Wetter ist stabil, wir brauchen nur ein paar Energieriegel, Fotokamera und Geldbeutel. Trinkflaschen, Reserveschläuche und Werkzeug haben wir an den Bikes verbaut. Die nächsten 600 Höhenmeter sind ja ganz lustig. Wir nehmen die Seilbahn zum Col Drusie hoch. Was danach kommt, hat mit lustig aber nix mehr zu tun. Wir schieben eine elendig steile, superschwarze Skipiste nach oben. Ich denke, um hier 5 Höhenmeter zu gewinnen, legen wir in Serpentinen gut 15 m Schiebestrecke zurück. Anders kommen wir gar nicht hoch. Wer sich die Mühe machen mag, kann im Höhenprofil dieser Seite sehen, dass zwischen der Steigung der Seilbahn und dem folgenden Anstieg kein Unterschied zu erkennen ist. Es kann sein, dass mich so mancher Teilnehmer unserer Gruppe für diese planerische Höchstleistung verflucht. Ich kann das verstehen...
Nach dieser Schinderei brauchen wir unbedingt was zwischen die Zähne. "Ist hier irgendwo ein Hütte in der Nähe?", fragen wir uns alle. Ja, die Rif A. Dibona rettet uns das Leben. Die paar Höhenmeter zusätzlich nehmen wir gerne in Kauf. Die Rif. A. Dibona ist ein absoluter Geheimtip. Traumhafte Lage und köstliches Essen. Gestärkt kann es wieder weiter gehen. Wir schießen runter zur Falzarego Passstraße auf der uns mehrere tausend Rennradler entgegenkommen. Beim Cortina Dolomiti Marathon sind 9000 Starter im Feld. Einer von ihnen kommt aus meiner Heimatgemeinde. Schade Lois dass wir dich nicht sehen konnten, das wäre eine Überraschung gewesen.

Half Width (Last)

Die Falzarego Passstraße verlassen wir nach ein paar Hundert Metern um den legendären Pezie de Paru Trail biken zu können. Auf erdigem Waldboden geht es in weiten Serpentinen nach unten. So macht das Biken wieder Spaß. Anschließend queren wir über den Cason de Macarogn rüber zum Uphill zur Forcella Ambrizola. Dieses queren ist ständiges Auf und Ab auf kupierten Güterweg. Cason (=ladinisch für Almhof/-hütte) und für Macarogn würde man bei uns Spinner sagen. Das ist eine kleine Lichtung mit einer Holzhütte an der man vorbei kommt. Weil ein Hirte (=dieser Spinner) an dieser Stelle vom Blitz erschlagen wurde, deswegen gibt es dort ein Kreuz. Der uphill zur Forcella Ambrizola geschieht erst auf Asphalt. Dieses Glück verlässt uns aber recht bald und es geht auf Schotter weiter. Kurz vor der Palmieri Hütte (2040 m) können wir die riesigen Ausmaße der Forcella Ambrizola Felswand bewundern und schießen ein paar Fotos. Vielleicht schießen wir ein paar Fotos mehr um mehr Zeit zum erholen zu haben.

Die Auffahrt zur Forcella Ambrizola ist für mich etwas ganz Besonderes. Ich habe schon lange den Wunsch, hier oben zu biken. Jetzt wird er erfüllt. Wir haben am späten Nachmittag das Glück, dass sich Sonne und Schatten auf diesem Weg abwechseln. Immer wieder steht die Sonne genau über den Zacken der mächtigen Felswand. Fantastisch.
Am höchsten Punkt (2277 m) weht uns dann ein recht böhiger Wind um die Ohren. Wir machen schnell ein Beweisfoto und biken am Hang entlang zum nächsten Punkt, zur Forcella Roan (2075 m). Erst ab hier geht es merklich nach unten. Wieder ist ein durchgängig fahrbarer Trail unter unseren Stollen. Und weil der Trail gar so schön zu fahren ist, wollen wir einen Gegenanstieg nicht mehr angehen.

Und weil wir genau an dieser Stelle, am Fuß des Gegenanstiegs links ein Fußpfad nach San Vito di Cadore führt, nehmen wir den. Der Fußpfad wird nicht breiter als 20 cm. Er führt über sumpfige Wiesen, hüfthohes Gras und über gemeine, unterm Gras versteckte Steine zur Almhütte Taula de la Ruoibes. Irgendwann erwischt es jeden, mit dem Hintern überm Hinterrad rollen wir durch das hohe Gras bis uns ein Stein wieder über den Lenker fliegen läßt. Zudem muß ein Zulauf des Rio Faon über abgerutschtes Gelände gequert werden. Alles in allem ist das ein grenzwertiges Unternehmen was wir hier veranstalten. Als unsere Abkürzung in einer Höhe von circa 1400 m wieder flüssig zu fahren wird, ist auch schon wieder alles vergessen. Und wie wir in einer Höhe von 1200 m auf unseren ursprünglich geplanten Weg stoßen, sowieso.

Von San Vito di Cadore nach Cortian d´Ampezzo geht es zuerst am Fluß entlang. Auf einem Weg, der auf meiner GARMIN Transalpin nicht eingezeichnet ist. Dieser Weg ist dann leider zwischen Ponte del Moro und Dogana Vecchia urplötzlich zu Ende. Es bleibt uns nix anderes übrig, als den steilen Weg, hoch zur Hauptstraße zu schieben und auf der SS51 nach Cortina d´Ampezzo zu treten. Im Windschatten des Vordermannes geht das recht flott. Wir sind heute elfeinhalb Stunden unterwegs.

Zum Finale der Europameisterschaft 2012 haben wir es gerade noch geschafft nach Cortina zu kommen.

GPS-Download

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meine Bewertung der Tour

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