Brenner Grenzkamm MTB Tour

Brenner Grenzkamm

15.07.2008

Gries a. Brenner - Sattelbergalm - Brenner Grenzkammstraße - Gossensaß - Sterzing

40 km / 1233 hm

Der Plan war, die nächsten Tage über die Brenner Grenzkammstraße, die Schneebergscharte und übers Eisjöchel nach Algund bei Meran zu kommen und anschließend über die Nonsberge und das Sarcatal zum Gardasee zu rollen. Ich nehms vorweg, aus diesem AlpenCross wurde nix, das Wetter machte mir einen Strich durch die Rechnung...
Der Reihe nach.
Startort für meinen Alpenkurztrip ist Gries a. Brenner. Von Vinaders aus führt mich ein gut zu fahrender Forstweg zur Sattelbergalm. Mit dem freundlichen Wirt der Sattelbergalm unterhalte ich mich bei einer Apfelschorle über seinen Nachbarn, welcher bei Mountainbikern die den Brenner passiern wollen sehr bekannt sein dürfte. Der Wirt meint, man könnte an der Sache nix ändern, das Beste würde sein, "man läßt Gras drüber wachsen." Damit das Grundstück des Nachbarn nicht befahren werden muss, hat der Wirt den Jubiläumssteig rauf zum Sattelberg (2115 m) hergerichtet. Zitat: eine "Anti-Streß-Route" gebaut. Früher musste man sein Bike auf diesem Weg tragen, jetzt kann ich die 500 Höhenmeter zum Sattelberg rauf schieben.

Je weiter ich nach oben komme, desto besser wird das Wetter. Beim Blick zurück Richtung Innsbruck, sehe ich tiefhängende Regenwolken. Vor mir zeigt sich der Himmel wolkenlos blau. Mal schaun, was für ein Süppchen diese Wetterküche hier noch servieren wird?
Am Einstieg in die Brenner Grenzkammstraße gibt es erst noch eine kleine Verschnaufpause. Eine verfallene Bunkeranlage, Relikt einer blutigen Verangenheit, dient mir hier oben als Schutz gegen den pfeifenden Wind. In dieser Stille und Einsamkeit kommen mir Gedanken an Krieg und Verfall. Einstmals zu kriegerischen Zwecken gebaut nutze ich die Bunkeralnlage als Brotzeitplatz. Meiner Meinung nach ein sehr guter Zwecktausch.

Nachdem ich meine durchgeschwitzten Klamotten ausgezogen habe, gibt es einen Römerlaib vom Riesinger Bäcker und Salami vom Eggerstorfer Metzger aus der Heimat. Die Welt ist in Ordnung. Aus der Wolkensuppe ist mittlerweile ein strahlend wolkenloser Himmel geworden. Nur ein bischen frisch ist es hier oben. Der HAC4 zeigt eine Temperatur von 12°. Die Brenner Grenzkammstraße zieht sich 11 km lang auf einer Höhe von gut 2000 m dahin. Mit leichten Abfahrten und Anstiegen ist sie immer locker zu fahren. Die Aussicht geht über das vor mit liegende Wipptal, die Pfunderer Berge bis zu so manchen typisch zackigen Dolomitengipfel. Hier oben zu radeln ist wie fliegen.
Unterhalb des Sandjöchls (2165 m) trenne ich mich von der traumhaften Kulisse der Brenner Grenzkammstraße. Der Weg führt mit zahlreiche Serpentinen ins Tal Richtung Gossensaß. Ausgewaschene Rillen und loser Schotter wechseln sich mit asphaltierten Stücken ab. Es geht durch einen Pinienwald, in Giggelberg spuckt mich der Weg zurück in die Zivilisation. Ich sehe fleißige Menschen beim Heu machen. Ab Gossensaß rolle ich 4 km auf der Bundesstraße bis nach Sterzing. Meine Unterkunft, "Cafe Steindl", liegt gut zu finden am oberen Ende der Fußgängerzone in Sterzing. Ich bin recht früh dran. Es bleibt Zeit genug für einen kleinen Bummel durch die Altstadt Sterzings.

Wie es der Zufall so will, treffe ich abends zwei Kollegen welche mit Motorrädern unterwegs sind. Keine Frage, das wird gefeiert...

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