Pasubio | MTB Tour

Pasubio

Passo Pian delle Fugazza - Strada degli Eroi - Rifugio Papa - Porte del Pasubio - Dente Italiano und zurück

Pasubio
Pasubio
Stille
Pasubio
Blicke auf die umliegende Landschaft...
Pasubio
...vermisse ich genau so wenig wie die Geräuschkulisse der sogenannten Zivilisation
Pasubio
Pasubio
Galleria d'Havet, gleich ist es vorbei mit der Herbststimmung, nicht aber mit der Stille...
Pasubio
...nach ca. 30 Sekunden im Tunnel der Gallerie d'Havet stoße ich auf Sonne und blauen Himmel...
Pasubio
am Horizont sehe ich jetzt schon das Rifugio A. Papa
Pasubio 09A
...die letzte Tour mit meinem Bergamont sein, s neue Cube ist bestellt :-)
Pasubio
Blick zurück
Pasubio
die Strada degli Eroi ist ausgesetzt, aber breit und gut zu fahren
Pasubio
Pasubio
vier Tunnels sind auf der Strada degli Eroi zu durchfahren
Pasubio 14A
Pasubio 15A
fasten your seatbelts...
Pasubio 16A
...ausgesetzt...
Pasubio
...aber gut zu fahren...
Pasubio
Blick zurück, aus dieser Nebelsuppe jenseits des Kammes komme ich her...
Pasubio
Pasubio
Rif. Generale A. Papa
Pasubio
Generale Achile Papa
Pasubio
Papa :-)
Pasubio
Eingang zum ersten Stollen der Strada delle 52 Gallerie
Pasubio
Pasubio
über der Porte del Pasubio
Pasubio 26A
DI QUI NON SI PASSA - Hier gibt es kein Durchkommen
Pasubio
das gemauerte Arco Romano, ein Symbol stiller Mahnung
Pasubio
150 Höhenmeter vor dem Ziel lasse ich mich nicht mehr aufhalten...
Pasubio
das Schlachtfeld und die Kapelle Santa Maria del Pasubio
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Pasubio 32A
Pasubio
Pasubio
Pasubio
Pasubio
Pasubio
diese Geschoßhülsen liegen noch zahlreich rum am Pasubio
Pasubio
''Senza odio, ma in Pace eterna'' - ''Ohne Hass, sondern in ewigen Frieden''
25 km / 1100 Höhenmeter

Wer den Berg hat, der hat das Tal.
Dieser Grundsatz galt auch im Gebirgskrieg, für den ich mich schon lange Zeit interessiere. Die Täler waren damals von den Höhenzügen der Berge aus leicht zu kontrollieren.
Der Pasubio besteht aus einer ca. 6 Quadratkilomter großen Karstfläche, mit 2232 m Höhe ist die Cima Palon der höchste Punkt des Pasubios, an welche sich ein wenig nördlich die italienische Platte (Dente Italiano) anschließt. Kaum 100 m nördlich der italienischen Platte ragt die Österreichische Platte (Dente Austriaco) aus der zerklüfteten Landschaft. Zehn Erhebungen der historischen Hochebene überschreiten die 2000 m Grenze. Im Süden fällt der Pasubio mit steilen Felswänden zur Ebene Venetiens hin ab.
Wer im Gebirgskrieg die natürliche Festung des Pasubios besaß, herrschte über das Etschtal und das Land bis Verona. Das Ringen um die beiden Platten des Pasubios dauerte 29 Monate. Nachdem der Stellungskampf an der Erdoberfläche keinen durchschlagenden Erfolg brachte, begann der unterirdische Krieg. Die beiden Kriegsparteien bauten jeweils ihre Platte mit unterirdischen Gängen aus und trieben Stollen bis zu den Minenkammern nahe der gegnerischen Behausungen. Die italienischen und die österreichischen Soldaten saßen auf einem rauchenden Vulkan. Jeden Monat wurden Minenkammern zur Explosion gebracht; allein bei der größten flogen 50 Tonnen Sprengstoff samt Berg und allen darauf befindlichen Männern in die Luft.
"Eine Menschenmühle war das, in der eine Kompanie nach der anderen zermalmt und zerfetzt wurde, als es galt, die "Platte" zu erobern, als es galt die "Platte" zu halten" - so der Soldat Robert Skorpil, der durch diese Hölle ging.
Am Pasubio gab es keine Sieger. * Achim Zahn, "Mountainbike Treks, Gardasee und Trentino.

Durch einen beruflichen Aufenthalt in Vicenza/Italien habe ich die Möglichkeit, mit Kollegen zusammen ein Auto zu mieten und günstig zum Pasubio zu kommen. Diese Möglichkeit wird genutzt, die Kollegen gehen wandern an der Strade del 52 Galerie, ich bike auf den Pasubio...

Startpunkt der Pasubio Tour ist für mich der Parkplatz am Passo Pian delle Fugazze. Der Nebel hängt sehr tief und behindert die Sicht auf die umliegenden Berge. Das stört aber nicht, im Gegenteil, ich finde Gefallen an dieser lautlosen und geheimnisvollen Herbststimmung. In unzähligen Kurven schlängelt sich die Strada degli Eroi ( Straße der Helden) nach oben. Die Straße ist immer gut zu fahren, sie wird erst im oberen Teil, vor der Galerie de Havet etwas grobschotterig und felsig. An der Galerie de Havet mache ich eine kurze Pause und schieße noch n paar Fotos im Nebel, ohne zu wissen, dass das die letzten Nebelbilder sein werden.
Ich durchfahre den Tunnel, was ca. 30 Sekunden dauert, und stehe dann in einer ganz anderen Welt. Damit habe ich nicht gerechnet. Die Sonne strahlt mir aus einem tiefblauen Himmel entgegen. Völlig verblüfft stehe ich in einer Bergwelt mit grandioser Fernsicht, mein nächstes Ziel, das Rifugio A. Papa ist schon an der gegenüberliegenden Felswand zu erblicken. Die Strada degli Eroi ist nun eine kühn in den Berg gesprengte Trasse, welche über einem Schwindel erregenden Abgrund stark ausgesetzt entlang führt. Die Befahrung wird zu einem kleinen Abenteuer. Je höher ich komme, desto besser erkenne ich das Nebelloch aus dem ich mich hochgeschraubt habe. Am Rifugio Achille Papa sehe ich bei einer Dose Cola dass sich die Wolken der norditalienischen Tiefebene am Pasubio stauen, das kann mir aber egal sein, ich befinde mich über diesen Wolken, ich fliege...

Nach einem kurzen Fotostop am Eingang der Strada del 52 Galerie geht meine Tour weiter. Ein kleines Sträßchen führt mich etwa drei Kilometer weiter zu den Geröllfeldern der Cima Palon auf knapp 2200 m Höhe. Kurz vor meinem Ziel komme ich am Arco Romano vorbei. Das gemauerteTorgewölbe erinnert still an die 13000 durch Kriegs- und Naturgewalten Getöteten des Ersten Weltkrieges hier am Pasubio. Obwohl vereinzelt schon Schnee liegt, entdecke ich immer wieder Steinhaufen und Krater, die wohl von Granateneinschlägen herrühren. In dieser geschichtsträchtigen Landschaft höre ich nur mein eigenes Atmen und das Knirschen meiner Reifen im Schnee, in meinem Kopf stelle ich mir vor, wie laut die Kanonen und Explosionen damals geklungen haben. Das anfängliche Sträßchen ist nun nur mehr ein schmaler mit Schnee bedeckter Karrenweg.150 Höhenmeter schiebe ich rauf zur Seletta Damaggio, in der Nähe der italienischen Platte. Ich lasse mein Bike im Schnee liegen, sehe mich um und klettere zu Fuß weiter. Verschiedene Geschoßhülsen aus dem ersten Weltkrieg liegen herum.

An einem eisernen Gipfelkreuz bekomme ich Gänsehaut, nicht von der Kälte hier oben sondern von dem Gedanken, dass unter dieser riesigen Geröllhalde noch Gefallene liegen können.

Am 13. März 1918 füllten die Österreichischen Kaiserjäger ihre Stollen mit mehr als 50 Tonnen Sprengstoff, die italienische Platte brach unter dieser monströsen Explosion mit allen darauf befindlichen Soldaten ab.

Die Abfahrt, vom "Berg der Toten" zurück zum Passo Pian delle Fugazze, trete ich langsam an.
Zögernd trete ich in die Pedale...