16.10.2007 / Kampenwand / Bernau a. Chiemsee-Gori Alm-Steinlingalm-Bernau a. Chiemsee
/ 35 km / 950 hm
Der Garten ist
eingewintert, das Brennholz für den Kachelofen
ist gemacht. Warum also nicht mal einen freien Tag
Auszeit nehmen und zum Biken ins Gebirge fahren?
Ein
Ziel, um die Bikesaison 2007 gebührend abzuschließen
war schnell gefunden.
Die Chiemgauer Alpen, genauer,
die Kampenwand wollte ich mit dem Mountainbike kennenlernen.
Nach zwei Stunden Autofahrt über Landstraße
bin ich am Chiemsee, kurz darauf in Bernau a. Chiemsee.
Das Auto stelle ich am Bahnhof in Bernau ab. Der Einstieg
in die Kampenwand-Tour ist gleich gefunden. Die B305
am Ortsausgang überquert und schon geht es bergauf...
Früh am Morgen ist es noch etwas frisch, die
Sonne lacht mir aus tiefblauem Herbstmorgenhimmel
ins Gesicht. Was will ich noch mehr...?
Erst auf Asphalt, später auf feinem Schotter,
führen mich die Wege 37, 38 und 20 nach oben.
Es geht vorbei an der Seiser Alm, dem Gschwendtner
Hof und der Sameralm. Ich bin das erste mal mit dem
Mountainbike in den Chiemgauer Alpen unterwegs, der
erste Eindruck ist ein sehr guter. Die Orientierung
fällt sehr leicht, die Landschaft um mich rum
ist sehr schön...
Nach einer kurzen Pause an der Schlechtenberger Kapelle
geht es weiter zur Gori-Alm. Hier führen mich
enge Serpentinen die sausteile Rampe hoch. Oben an
der Alm genieße ich dann den grandiosen Blick
runter auf den Chiemsee. Bis hierher hat es sich schon
mal rentiert... Der Weg weiter rauf zur Steinlingalm
ist schnell erzählt. An den besonders steilen Stellen
asphaltiert, weiter oben auf Schotter, werden die
gut
200 Höhenmeter zurückgelegt. Die Kampenwand rückt immer näher. Die Steinlingalm auf 1473 m Höhe liegt an der Nordseite der Kampenwand. Die Sonne spielt mit den charakteristischen Zacken der Kampenwand, sie zeichnet interessante Gegenlichtsituationen in meine Kamera.
Was mir nicht so gefällt, ist das sich hier
heroben unzählige Wanderer tummeln. Die Steinlingalm
ist total überlaufen, der Wanderweg rauf zum
Kampenwandgipfel gleicht einer "Ameisenstraße".
Damit habe ich nicht gerechnet, es ist Dienstag, ein
Wochentag... Ich denke, dass die Kampenwandbahn von
Hohenaschau aus, all die Wanderer raufgeschaufelt
hat. Frei nach dem Lied: "I gang so gern auf'd
Kampenwand, wenn i mit meina Wampn kannt..."
Bei meiner Auffahrt war kein einziger Wanderer zu
sehen.
Ein Gewühl von Menschen wie am Marienplatz in
München, viele liegen auf den grünen Almen
rum, was mich an den Strand von Bibione erinnert.
Die Weiterfahrt, um die Kampenwand rum zum Grassauer
Haus ist unter diesen Umständen nicht möglich.
Dafür ist mir der Tag zu schade, als daß
ich mich auf dem Weg mit unzähligen Wanderern
anlege.
Im Gegenteil, ich verbünde mich mit den Wanderern.
Selchfleisch mit Kraut und Kartoffeln mit einem kühlen
Weißbier mitten unter den Wanderern hat auch
was. Auch wenn mein Outfit und mein Bike anfangs fragende
Blicke auf mich ziehn...
Fazit: Ein wunderschöner Tag an der Kampenwand. Biketechnisch wäre es ab der Steinlingalm erst interessant geworden. Das war leider nicht möglich... Ich kann mir aber gut vorstellen, die Chiemgauer Alpen wieder mal mit dem Mountainbike zu besuchen. Entweder wieder hier rauf und den Weg an der Kampenwand entlang, rüber zum Grassauer Haus und der Hochplatte angreifen, oder weiter drinnen, evtl. in Reit i. Winkl zu einer Tour starten...
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